Sch├╝lerhilfe

Die Schule fordert Eltern und Kinder, Lehrer und Lehrerinnen. In den Schulbüchern steht vieles, was über die Welt der Kinder in Viscri weit hinausgeht. Viele von ihnen fallen schon im Kindergarten – falls sie ihn besuchen – durch verspätete Sprachentwicklung auf, der soziale Umgang ist auf einem niedrigen Niveau, abstraktes Denken bleibt ihnen fremd. Ihre Eltern oder mindestens ein Elternteil sind oft Analphabeten oder haben nur wenige Schulklassen besucht.

In unserem Dorf besuchen ca. 40 Schüler die Grundschule, es wird simultan Unterricht erteilt, jeweils die erste und dritte sowie die zweite und vierte Klasse werden in einem Raum von einer Lehrerin betreut. Leider tragen diese meist mit ihrer unzureichenden Lehrerausbildung nicht zur Lernmotivation oder Erfolgen dieser Kinder bei, da z.B. wieder die schwächsten Schüler die hinteren Bänke besetzen. Die neuen Klassenmöbel werden doch nicht für Unterricht in Kreis– oder Gruppenform verwendet, sondern wie gehabt für Frontalunterricht. So sind viele Kinder in der Schule völlig überfordert.

Maria und Harald organisierten die Schularbeitenhilfe. Die Schwierigkeit dabei ist, dass es im Dorf nur wenige Frauen gibt, die über den nötigen Wissensstand und eine liebevolle Art verfügen, auch Kindern bis zur 8. Klasse weiter zu helfen. Luminita, Raluca, Steluta, Cristina und Emilia haben sich momentan dieser Aufgabe angenommen. Ein Hauptanliegen der täglichen Schülerförderung ist neben den umfangreichen Hausaufgaben das Lesenlernen sowie das Verschaffen von Lernerfolgen. Durch diese außerschulische Begleitung ist die Anzahl jener Schüler gestiegen, welche die 8. Klasse im Nachbardorf abschließen. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2008 schlossen 6 Schüler die 8. Klasse ab, in den Jahren zuvor waren es nur 2 Schüler pro Jahr. Das ist ein erfreuliches Resultat jahrelanger Unterstützung.
Um methodisch dafür gerüstet und immer wieder neu motiviert zu sein, nehmen die Frauen regelmäßig an Fortbildungen teil. Diese werden von Luminita, welche für die Hausaufgabenhilfe beim Verein angestellt ist, organisiert und von einer Fachkraft aus Mediasch durchgeführt. Vor kurzem haben allerdings auch drei Lehrkräfte an einem dieser Fortbildungsseminare teilgenommen. Es kam zu einem ersten Austausch und es war Offenheit für neue Methoden zu spüren. Ein großes Dankeschön hiermit an die Spender, die das möglich machen!

[Tina, Viscri im März 2009]