Socken

Die Geschichte der Socken begann an jenem Tag im Jahre 1999, als Leana, eine Frau aus dem Dorf, in ihrer Not ein Paar selbst gestrickte Socken zu Maria & Harald brachte, um sie gegen Lebensmittel einzutauschen. Wenn man viele dieser Socken an Touristen oder gar gleich nach Deutschland verkaufen würde, ließe sich damit ein Lebensunterhalt erwirtschaften. Die Sache sprach sich schnell herum. Eine Idee war geboren und trat ihren Siegeszug an: Socken aus Viscri, als Hilfe zur Selbsthilfe.

Heute stricken ca. 80 Frauen des Dorfes Socken und verbessern damit ihren Lebensunterhalt, vor allem im Winter. Noch vor einigen Jahren strickten 140 Frauen des Dorfes, doch mittlerweile können die Sockeneinnahmen die auch in Rumänien enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mehr decken. Viele Familien arbeiten im Ausland.
Wer Viscri besucht, dem fallen die vielen Sockenstrickerinnen sofort auf. Solange und sooft es möglich ist, sieht man die Frauen draußen stricken. Montags und mittwochs geben sie die Socken in der Sockenstube bei den Organisatorinnen Camelia und Claudiţa je nach Bestellung ab.

Die Verwaltung (Qualitätskontrolle, richtiges Eintragen und Etikettieren, Verpacken und Versenden) erfordert immer größeren Einsatz: Die Kontrolle von Bestellungen und Rechnungen, der Geldtransfer, der Transport, die Übersicht über alle Klein- und GroßbestellerInnen, all das muss von uns bewältigt werden.
Die Socken wurden besser und besser – und auch wir in der Sockenverwaltung haben dazu gelernt. Und doch bleibt alles handgemacht und individuell – genauso wie die Socken. Wir üben weiter.

Fotos dazu gibt es in der Fotogalerie.